Rührgrundlagen:

Ich habe euch bereits meinen Velvet Hair Conditioner vorgestellt, den ich speziell für eher feines Haar konzipiert hatte. Mir war wichtig, dass er nicht beschwert und die Haare nicht platt herunterhängen. Je feiner das Haar, desto schwieriger gestaltet sich diese Angelegenheit. Man kann hier mit einem ultraleichten Leave In arbeiten, oder, falls das doch zuwenig ist, auf einen entsprechend angepassten Conditioner zurückgreifen.

Da ich jedoch sowohl von euch, als auch aus meinem persönlichen Umfeld viele Anfragen nach Haarpflegerezepten für unterschiedliche Haartypen erhalten habe, habe ich mich wieder ans Werk gemacht und einen neuen Conditioner entwickelt. Dieser eignet sich für Haare, die etwas „mehr“ brauchen. Er erzeugt ein seidiges, glattes Haargefühl und macht das Durchkämmen auch im Nasszustand zum Kinderspiel. Perfekt für trockenes oder dickes Haar, das Bändigung braucht! Wer sehr feines Haar hat, ist wohl mit dem Velvet Hair Conditioner besser beraten. Diese Rezeptur hier richtet sich wirklich and die Hardliner unter den Condiusern 😉 Dabei finde ich dennoch, dass die Haare nicht „zusammengeklatscht“ oder beschwert wirken… aber eben deutlich geglättet!

Einen großen Unterschied machen grundsätzlich schon einmal die verwendeten Öle. Hier gebe ich „Vollgas“ im Hinblick auf einen Ersatz für die von Kaufprodukten bekannten Silikone. Ein wunderbarer Ersatz ist Coco Caprylate, welches ihr in fast jedem gut sortierten Rohstoffshop erhaltet.

Wie in der kürzlich veröffentlichen Basisrezeptur für mein Leinsamen Shampoo kommt auch hier wieder der inzwischen von mir heißgeliebte Leinsamenextrakt zum Einsatz! Ich muss wirklich sagen, dass mich dieses pflanzliche Wundermittel mehr als Staunen lässt.

Des Weiteren habe ich einige Wirkstoffe eingebaut, die ich in den letzten Monaten ausgiebig in diversen Formulierungen getestet und für wirksam befunden habe:

Aquarich: Wirkstoffkomplex aus schwarzem Hafer (Avena Strigosa) und Lecithin; Ich empfinde diesen Wirkstoff als ausgesprochen konditionierend und rückfettend, dabei nicht beschwerend.

Phyto’liss: Phospholipide aus der Sojabohne; Aktuell nur bei Aromazone erhältlich, doch die Bestellung lohnt sich in jedem Fall! Wirkt entwirrend und bändigend.

Tego Amid S18: Ist für mich noch ein kleines Rätsel. Während ich ihn im Shampoo überhaupt nicht als konditionierend wahrnehme, kommt sein Potential in diesem Conditioner voll zum Tragen! Hier habe ich einen definitiven Unterschied zu anderen Emulgatoren gespürt. Bitte beachtet, dass ihr vor Zugabe von Tego Amid S18 die Wasserphase mit Milchsäure auf einen pH von 4-5 einstellen müsst, da er ansonsten seine Wirkung verliert!

Rezept für 100 g Gesamtprodukt:


5 g Coco Caprylate (5 %)

0.2 g Carnaubawachs (0.2 %)

2 g Tego Amid S18 (2 %)

3 g Behenylalkohol (3 %) als Konsistenzgeber

2 g Phyto’liss (2 %)

1 g Aquarich (1 %)

6 g Leinsamenextrakt (6 %)

5 g Pentylene Glycol (5 %)

0.6 g Milchsäure (0.6 %)

1 g Kaliumsorbat (1 %)

1 g Ätherische Öle (1 %, das sind ca. 20 Tr.)

73.2 g Wasser (73.2 %)


Öle, Carnaubawachs, Tego Amid S18 und Behenylalkohol im Becherglas bei 70 Grad aufschmelzen, bis sich alles klar verbunden hat. In einem anderen Becherglas Wasser oder Hydrolat mit Milchsäure ebenfalls erhitzen und homogenisieren. Fettphase zur Wasserphase geben (umgekehrt klappt auch) und sanft emulgieren. Sanft kalt rühren und bei unter 40 Grad die Wirkstoffe und Konservierung hinzufügen, weiter kalt rühren bis eine schöne, homogene Konsistenz erreicht ist. Dieser Conditioner ist nicht so viskos wie der Velvet Hair Conditioner, ihr könnt ihn Problemlos in einen Pumpspender oder eine Lotionflasche abfüllen.

Der Conditioner ist ein Rinse off Produkt. Im feuchten, gewaschenen Haar verteilen, 2-3 Minuten einwirken lassen und gründlich ausspülen.