Es ist an der Zeit, einmal ein paar Dinge anzusprechen, die häufig in Kommentaren oder Nachrichten an mich auftauchen. Im Folgenden werde ich versuchen, die wichtigsten Fragen von euch zu beantworten und aufzuzeigen, warum manche Fragen manchmal nicht so sinnvoll sind 😉 Ich hoffe, ich kann durch diesen Beitrag ein bisschen Klarheit schaffen und die eine oder andere oft gestellte Frage vorweg nehmen.

 

1. Meine Einstellung zum Thema „Kosmetik selber machen“ und was ich euch ans Herz lege, bevor ihr startet

Grundsätzlich möchte ich mit diesem Blog und all meinen Rezepten und Anleitungen sowohl für Einsteiger, als auch für fortgeschrittene Rührer eine Plattform bieten. Was mir jedoch sehr wichtig ist: Dieses Hobby erfordert ein wenig Eigeninitiative und die Bereitschaft, sich mit der Thematik auseinanderzusetzen. Es ist nicht möglich, einem absoluten Neuling in einem einzigen Beitrag zu erklären, wie er die eierlegende Wollmilchsau in Sachen Hautpflege produzieren kann. Ich habe in der Rubrik „Theorie“ die wichtigsten Grundlagen thematisiert, und Basisrezepturen erstellt die auch ohne große Vorkenntnisse nachzurühren sind. Ich bitte jeden, der neu zu diesem wunderbaren Hobby findet, sich zunächst mit diesen Themen auseinanderzusetzen und mit einem der einfachen Rezepte zu beginnen. Zur Vertiefung habe ich Literaturquellen gesammelt, die euch alles an Wissen vermitteln das ihr braucht, wenn ihr dieses Hobby weiter verfolgen wollt. Allen voran meine Buchempfehlung von Heike Käser… Dieses Buch ist DAS Standardwerk zum Thema Naturkosmetik selber machen, und es gibt nichts vergleichbares auf dem Markt. Natürlich gibt es zahllose Autoren, die mit mehr oder weniger durchdachten bis hin zu fahrlässigen Rezepten ganze Bücherregale füllen, jedoch kann ich euch nur raten: spart euch diese Fehlkäufe. Leider kann jeder, der mag, ein Buch veröffentlichen. Niemand prüft die Inhalte auf Richtigkeit, niemand hinterfragt ob der Autor überhaupt Sachkenntnis hat. Lasst euch nicht blenden von einfallsreichem Marketing, bunten Bildern, Schlagworten wie „grüne Kosmetik“ oder „vegane Kosmetik“ und werdet erst recht stutzig, wenn mit Phrasen wie „Kosmetik aus der Küche“ geworben wird. Das ist niemals gut und schon gar nicht professionell. Genauso sieht es mit einschlägigen Websites und Blogs aus, die sich inhaltlich mit allerlei Themen rund um „DIY“ befassen. Wir alle kennen das, wenn man Apps wie Pinterest nutzt… Man wird beinahe erschlagen mit Beiträgen zum Thema DIY Kosmetik, alles klingt so unglaublich einfach und die Zutaten sind meist in der Drogerie oder im Supermarkt zu beschaffen. Als Anfänger, der sich nie mit den Grundlagen beschäftigt hat, tappt man schnell in die Falle: Fehlende oder unzureichende Konservierung (Stichwort Grapefruitkernextrakt), Kräutertees in Cremes, fehlende Emulgatoren oder haarsträubende Bienenwachsrezepte, Backzutaten wie Kakao oder Stärke, Honig oder Milch… Die Liste lässt sich endlos fortführen. Solltet ihr auf solche Rezepte stoßen, so verführerisch sie auch klingen mögen und so hübsch die dazugeposteten Bildchen auch aussehen: Lauft. Lauft soweit ihr könnt!

Bevor ihr also durch Fehlkäufe ein Loch in die Haushaltskasse reißt, eure Haut aufs Äußerste malträtiert oder einfach nur die pure Frustration durch solche DIY-Rezeptchen erfahrt: LEST EIN BUCH. Inzwischen gibt es von Heike Käser auch ein kurz gehaltenes Einsteigerwerk als Ebook, das für wenige Euros downloadbar ist und euch bestens auf den allerersten Rührversuch vorbereitet! Und NEIN, es besteht keine Kooperation mit der Autorin, und ich empfehle ihre Bücher unentgeltlich und aus meinem persönlichen Wissen und Gewissen heraus 🙂 Gerne stelle ich euch auch weitere Werke von anderen Autoren vor, die ich für sinnvoll halte – leider sind mir bis dato keine bekannt.

Zurück zu dieser Seite. Ich verzichte bei den einzelnen Rezepten bewusst auf seitenlange Rühranleitungen und Affiliate-Links zu jedem einzelnen Rohstoff, weil ich

  1. euch dazu anregen möchte, dass ihr euch mit den Grundlagen auseinandersetzt. Gerade bei den etwas ausgefeilteren Rezepturen ist es mein Anliegen, dass ihr den Sinn und Zweck eines Rezepts oder der einzelnen Inhaltsstoffe für euch beurteilen könnt und in der Lage seid, die Rohstoffe beim Händler eures Vertrauens zu bestellen. Lediglich bei neuen oder seltenen Rohstoffen verlinke ich die Shops, ansonsten findet ihr meine bevorzugten Shops in der Rubrik „Bezugsquellen“.
  2. die Bezugsquellen für einzelne Rohstoffe nicht von Sponsoring abhängig machen möchte. Natürlich habe ich meine Lieblingshändler, jedoch soll dieser Blog unabhängig bleiben und keine Werbeplattform werden.

 

2. Austauschbarkeit von einzelnen Inhaltsstoffen in meinen Rezepten

Die wohl am häufigsten gestellten Fragen beziehen sich auf dieses Thema. „Kann ich Rohstoff X gegen Rohstoff Y austauschen?“ Vorneweg: Ich stelle hier nur Rezepte ein, von denen ich absolut überzeugt bin und die über einen gewissen Zeitraum getestet und bewertet wurden. Dies ist übrigens auch der Grund, warum ich nicht 150 Rezepte für Shea-Sahne veröffentliche und nicht jede Woche ein neues Rezept den Weg auf meinen Blog findet. Wenn ich ein Rezept einstelle, dann genau SO wie ich es verwende. Wenn ihr Erfahrung habt, spricht überhaupt nichts dagegen eigenständig einzelne Stoffe auszutauschen, meine Rezepturen nur als Inspiration zu sehen, euch Ideen zu holen. Jemand der schon länger seine eigene Hautpflege herstellt weiß, welche Rohstoffe ihm gut tun und welche er meiden möchte. Hier freue ich mich immer, wenn meine Rezepte als Leitfaden dienen und zur Kreativität anregen können.

Solltet ihr noch unerfahren sein, und Rohstoffe austauschen wollen weil ihr beispielsweise nur Rohstoff Y zuhause habt und Rohstoff X nicht extra bestellen wollt, könnt ihr dies natürlich ebenfalls machen. Seid euch aber bitte im Klaren darüber, dass ihr dadurch unter Umständen die Wirkung, Haptik und Stabilität eines Rezepts grundlegend verändern könnt… Ich kann euch nicht immer beantworten, ob die Emulsion mit einem anderen Emulgator auch angenehm im Hautgefühl ist, ob eine andere Ölkombination eurer Haut zugute kommt oder ob das Weglassen des halben Wirkstoffcompounds überhaupt noch ein sinnvolles Ergebnis bringt… Das Verändern einzelner Zutaten verändert auch immer das gesamte Konzept einer Rezeptur.

Solltet ihr Wirkstoffe, Emulgatoren oder Konservierungsmittel tauschen wollen, geht bitte folgendermaßen vor: Informiert euch bei eurem Rohstoffhändler oder in einem Rohstofflexikon eingehend über die Wirkungsweise, Einsatzkonzentration und ggf. besondere Ansprüche wie pH-Wert oder Elektrolyttoleranz des jeweiligen Rohstoffs. Überlegt euch, ob dies zum Gesamtkonzept der Rezeptur und zu eurem gewünschten Ergebnis passt. Nutzt den Rezepterechner auf Olionatura und / oder meine Anleitung zur Berechnung von Einsatzkonzentrationen ( Rubrik „Theorie“) um die veränderte Gesamtrezeptur zu überprüfen. Sollten dann immer noch Unklarheiten vorhanden sein, könnt ihr natürlich gerne die Kommentarfunktion unter den Rezepten nutzen… Ich versuche immer so schnell wie möglich zu helfen, jedoch sitze auch ich nicht rund um die Uhr am PC 😉

 

3. Beratung via Email oder Facebooknachrichten

Lasst mich bitte eins vorneweg sagen: Ich betreibe diese Seite hobbymäßig in meiner Freizeit. Neben meinem „normalen“ Bürojob und meiner eigenen kleinen Firma habe ich ein Haus, einen großen Garten, zwei Hunde, ein Pferd und zu guter Letzt einen Ehemann (und demnächst ein paar Hühner). Reihenfolge ist zufällig gewählt. Ich versuche stets, meine Zeit so aufzuteilen dass niemand zu kurz kommt… Manchmal erfordert das ein regelrechtes Vierteilen meiner Person. Ich bekomme weder Provisionen bei Rohstoffhändlern, noch verlange ich Downloadgebühren für einzelne Rezepte… Ich mache dies hier völlig auf non Profit Basis, rein aus meiner Leidenschaft für dieses Hobby heraus. Meine Idee war, einen Blog mit durchdachten und stimmigen Rezepten ins Leben zu rufen, der anderen Selbstrührern als Anregung dient und meine Erfahrungen mit bestimmten Formulierungen und Rohstoffen zu teilen. Nach kurzer Zeit kamen jedoch schon so viele Anfragen von Anfängern, dass ich beschlossen habe, einen Theorieteil mit den Grundlagen der Kosmetikherstellung zu veröffentlichen. Natürlich wollen auch ein Facebook- und Instagramaccount gepflegt werden… Das alles kostet sehr viel Zeit, die ich aber gerne bereit bin zu geben. Was jedoch leider wirklich meinen Rahmen sprengt, ist die Bearbeitung von Einzelanfragen zur Erstellung von Rezepten, Fachfragen zu Wirkstoffen oder Bezugsquellen,… Bitte habt Verständnis dafür, das dies in dieser Form einfach nicht möglich ist. Was ich euch anbieten kann: eine Facebookgruppe zum Blog! Hier habt ihr die Möglichkeit, euch über meine Rezepte auszutauschen, Fragen zu stellen, Erfahrungen mit anderen Blogfollowern zu teilen. Auf diese Weise lernen andere User mit, wenn ihr eure Fragen stellt oder Rezepte diskutiert.