Rührgrundlagen:

Ein herrlich unkompliziertes Rezept, dass nach Belieben mit weiteren Wirkstoffen ergänzt werden kann (aber keineswegs muss)!

Dieses Basisrezept basiert auf einer Mischung aus zwei anionischen (Perlastan und SCI) und einem nichtionischen ( Coco Glucosid ) Tensid. Nachdem ich in letzter Zeit wieder viele Tensidkombinationen für Shampoos ausprobiert habe, hat mich diese am meisten überzeugt. Der Schaum ist absolut ausreichend, cremig und sanft, es reicht eine erstaunlich kleine Menge Shampoo aus um das Haar komplett einzuschäumen. Das aminosäurebasierte Perlastan (Disodium/Sodium Cocoyl Glutamate)ist in der Haarpflege immer eine gute Wahl, da es äußerst schonend reinigt und die Kopfhaut nicht unnötig reizt. SCI (Sodium Cocoyl Isethionate) unterstützt die Schaumbildung selbst bei hartem Wasser und wirkt leicht konditionierend auf das Haar. Das nichtionische Coco Glucosid wirkt glättend und verbessert die Kämmbarkeit. Insgesamt also eine runde Mischung, die sich gegenseitig ergänzt! Insgesamt kommt das Shampoo auf eine WAS von 15. 

Erstmalig habe ich Tego Amid S18 als Emulgator in einer Formulierung eingesetzt. In meinen Augen ist er nicht zwingend erforderlich, genauso könnte z.B Imwitor oder Phospholipon 80H eingesetzt werden. Wer ihn verwenden mag, der achte aber unbedingt darauf, die Wasserphase vor der Zugabe mit Milchsäure auf  einen pH-Wert von 4-5 einzustellen! Dies ist notwendig, damit der Emulgator in seine kationische Form überführt werden kann (darauf beruht nämlich seine emulgierende und konditionierende Wirkung). Ich persönlich konnte im Shampoo keine konditionierende Wirkung von Tego Amid S18 feststellen… aber mir gefällt die Konsistenz des Shampoos!

Eine für das Haar ganz feine Angelegenheit ist in meinen Augen Leinsamenextrakt (z.B hier erhältlich)! Er ist ein ausgezeichneter Moisturizer, wirkt leicht glättend durch seine filmbildenden Eigenschaften und enthält reichlich Omega-3-Fettsäuren, die auch der Kopfhaut äußerst gut tun! Gerade gestresste Kopfhaut, der es an Feuchtigkeit mangelt, wird durch den Leinsamenextrakt beruhigt und wirkt dabei dennoch nicht fettig!

Für die Konservierung habe ich bewusst die Kombination aus Pentylene Glycol Green und Kaliumsorbat gewählt. Zum einen wird sie immer mehr zu meinem Standart Konservierungssystem, zum anderen können wir uns wunderbar ihre feuchtigkeitsspendende Wirkung auf Haar und Kopfhaut zu Nutze machen.

Rezept für 100 g Gesamtprodukt:


15 g Perlastan (15 %)

15 g Coco Glucosid (15 %)

5 g SCI (5 %)

2 g Tego Amid S18 (2 %)

5 g Leinsamenextrakt (5 %)

0.5 g Cosphaderm (0.5 %)

5 g Pentylene Glycol (5 %)

0.6 g Milchsäure (0.6 %)

1 g Kaliumsorbatlösung (1 %)

1 g Ätherische Öle (1 %, das sind ca. 20 Tr.)

49.9 g Wasser oder Hydrolat (49.9 %)


Herstellung:

Zunächst wird das Wasser oder Hydrolat mit Milchsäure angesäuert, damit unser Tego Amid S18 seinen Job machen kann.

Das Tego Amid wird nur zum Wasser gegeben und auf ca 70 Grad erhitzt, bis es völlig gelöst ist. Das SCI wird mit dem Coco Glucosid langsam aufgeschmolzen, bis es völlig homogen verbunden ist.  Anschließend das Perlastan hinzugeben. Die Wasserphase wird dann langsam zu der Tensidmischung gegeben und sanft emulgiert. Sobald die so entstandene Shampoobasis abgekühlt ist, werden wie gewohnt die restlichen Rohstoffe hinzugegeben. Am Ende noch einmal den pH überprüfen und auf etwa 5 einstellen!

Als ätherische Öle und Hydrolat empfehlen sich Rosmarin, Salbei oder Bergamotte, jedoch kann natürlich auch einfach die Nase entscheiden!

Die Rezeptur ist bewusst schlicht gehalten, jedoch könnt ihr natürlich nach eigenem Gusto Wirkstoffe ergänzen! Vergesst nur nicht, die Wassermenge entsprechend zu reduzieren.

Ideen zur „Anreicherung“ des Shampoos: Aquarich, Sodium PCA, Panthenol oder 1-2% Brokkolisamenöl, Abyssinianöl oder Klettenwurzelöl. Bitte versteht dies nur als Anregung, selbstverständlich seit ihr völlig frei in der Gestaltung eurer Formulierung.