Ich bin ja bekennender Herbstfan! Die rot – goldene Natur, der Duft des herabfallenden Laubs und die Ernte der leckeren, vitaminbeladenen wilden Früchte, die das ganze Jahr zur Verfügung hatten, um in Ruhe zu reifen. Jetzt hängen Bäume und Sträucher voll mit roten, orangenen und blauen Beeren, bieten ein letztes festliches Buffet für Mensch und Tier, bevor der Frost die Völlerei für die kommenden Monate beendet und wir auf die angelegten Vorräte zurückgreifen müssen. Und es ist wirklich einfach, diese Powerpakete aus der Natur für den Verzehr in der kalten Jahreszeit haltbar zu machen, bis wir im kommenden Jahr wieder aus dem Vollen schöpfen können!

Für meine Herbstbeerli – Marmelade habe ich einfach entlang einer wilden Hecke am Waldrand die schönsten Früchte ausgewählt, die ich finden konnte. Schlehe, Weißdorn und Hagebutte haben dieses Jahr so überreich getragen, dass der Beutel schnell gefüllt war!


Eine kurze Anmerkung, die ich immer bei wildgesammelten Früchten und Kräutern anbringe: Bitte informiert euch zunächst über die Pflanzen, die ihr sammeln wollt. Einige sind zwar leicht zu identifizieren, andere dagegen können zu fatalen Verwechslungen führen. Ich setze an dieser Stelle gute Kenntnisse voraus, und rate davon ab, als Anfänger alleine loszuziehen und Pflanzen zu ernten. Neben der Verwechslungsgefahr ist bei einigen Pflanzen auch die Kenntnis der empfehlenswerten Verzehrdosis zu beachten, da unsere Wildpflanzen mitunter starke Heilwirkung besitzen, und damit naturgemäß auch Nebenwirkungen auftreten können. 


Schlehen, Weißdorn und Hagebutten in einen Topf geben und soviel Wasser auffüllen, dass die Früchte bedeckt sind. Nun bei geschlossenem Deckel mindestens 2 Stunden auskochen lassen, bis alle Früchte weich sind und die Schalen und Kerne sich herauslösen.

Nach dem Kochvorgang alles durch ein mittelgrobes Sieb passieren, dabei ist etwas Kraftaufwand nötig. Drückt und streicht mit einem großen Löffel die Fruchtmasse durch das Sieb. Die feinen Kerne der Hagebutten und die größeren Kerne der anderen Früchte so wie Stiele, Schalen und evtl kleineres Sammelbeiwerk sollen im Sieb hängen bleiben, und das Fruchtmark mit der Kochflüssigkeit wird in einem Topf darunter aufgefangen. Unter Umständen kann ein zweiter Durchgang von Nöten sein, das heißt, wenn noch viel Fruchtmark im Sieb mit den Kernen hängen geblieben ist, kommt der Inhalt des Siebs erneut in einen Topf (ohne das schon abgefilterte Fruchtkonzentrat aus dem ersten Durchgang), wird erneut mit ein wenig Wasser aufgekocht und ein weiteres Mal durch ein Sieb passiert und zu der Ausbeute aus dem ersten Zugang hinzugegeben. Falls nötig kann das so gewonnene, mit Wasser versetzte Fruchtmark aus den beiden Durchgängen auch noch weiter einreduziert werden. Je nachdem, wie viel Wasser ihr gebraucht habt, um das Fruchtfleisch von den Kernen zu trennen.

Jetzt wird das einreduzierte Fruchtmark mit dem Gelierzucker (1:1) und ein wenig Zitronensäure vermengt und wie gewohnt als Marmelade eingekocht!