Rührgrundlagen:

Dieses Serum basiert auf einem einfachen Hyalurongel, das mit Lipodermin, hydriertem Lecithin und wertvollen Ölen angereichert ist. Es kann hervorragend als alleinige Feuchtigkeitspflege für nicht zu trockene Haut oder unter einer Ölmischung angewendet werden. Ebenfalls ist es durch seine nichtfettende Haptik sehr gut als Make Up Unterlage geeignet. Durch die Hyaluronsäure wirken kleine Fältchen sofort geglättet, und die Haut erstrahlt förmlich!

Das simple Gel aus Hyualuronsäure und Rosenhydrolat ist alleine schon ein toller Feuchtigkeitskick für die Haut, und kann jederzeit auch pur als solches verwendet werden. Weiter unten erkläre ich euch, wie ihr es ganz einfach herstellen könnt.  Lipodermin (Natipide® II) wirkt verhornungsregulierend und hat die Fähigkeit, Wirkstoffe in Liposomen zu „verkapseln“ und ihnen somit besser in die tieferen Hautschichten zu helfen. Außerdem verbessert es das Einzugsverhalten jeder Emulsion, und hinterlässt eine mattierte Optik. Achtet beim Kauf auf die korrekte Bezeichnung „Natipide II“, da es auch mit Ölen vermischte Imitate des Originals gibt, die aber einige Schwachstellen aufweisen. Das hydrierte Lecithin in Form von Phospholipon 80H fungiert nicht nur als Emulgator, sondern liefert mit seinem hohen Gehalt an Phosphatidylcholin auch einen wertvollen Beitrag zum Schutz der Hautbarriere. Die Haut wirkt sanft eingehüllt ohne sich abgedichtet anzufühlen. Ich kenne keinen vergleichbaren Wirkstoff / Emulgator, der so sehr pflegt und dabei eine wunderbare Haptik erzeugt.

Das nach Marzipan duftende Pflaumenkernöl ist eine stabile Basiskomponente der enthaltenen Ölmischung mit einem hohen Gehalt an ungesättigten Fettsäuren, Vitaminen und Betacarotinen. Arganöl ist ein Klassiker in der Pflege trockener und reifer Haut, aber auch fettige Haut profitiert von seinen ausgleichenden Fähigkeiten. Das „Öl-Highlight“ jedoch ist hier das Granatapfelkernöl! Vor allem eine besondere, in hohem Maße enthaltene Fettsäure, die Punicinsäure, und sein Gehalt and Phytoöstrogen machen es so wirksam: antioxidativ, zellerneuernd und entzündungshemmend, ist es ein ausgesprochenes Wirkstofföl, das sehr sparsam dosiert werden sollte.

Neben den enthaltenen Ölen sorgt Allantoin für eine sanfte Regulation des Talgabflusses und spendet zusätzlich intensiv Feuchtigkeit. Niacinamid (Nikotinamid) ist für mein Empfinden der Faltenkiller schlechthin.

Für mich ist dieses Serum nicht mehr aus meiner Pflegeroutine wegzudenken. Ich trage es morgens als Tagespflege auf, unter der Foundation. Am Abend gebe ich wenige Tropfen eines Ceramide – Elixiers, einer rein fettbasierten Mischung, darüber… Mehr brauche ich nicht. Manchmal, wenn meine Haut zum Beispiel im Winter sehr trocken ist, kommt noch eine Feuchtigkeitspflege am Tag über das Serum. Hier betreibe ich eine Art „Zwiebellook“ mit meiner Kosmetik, da ich über verschiedene Komponenten den Befindlichkeiten meiner Haut zu verschiedenen Jahreszeiten oder bei sich verändernden Bedürfnissen flexibel gerecht werden kann. Dieses Serum wurde in meinem privaten Umfeld, sowie in der „Rührküche“ inzwischen ausgiebig getestet, und wer es probiert hat, der liebt es. Die Haut „trinkt“ das Serum förmlich weg, je nach Hauttyp kann mit einer Ölmischung darüber gearbeitet werden, oder es kommt pur als alleinige Tagespflege zum Einsatz. Ich habe es inzwischen öfters abgewandelt (ursprünglich hatte ich die Phospholipidbasis von H. Käser darin, und der Anteil an Arganöl war höher), es durch stabiles Pflaumenkernöl besser an die Anwendung am Tag angepasst und auch schon andere Wirkstofföle eingesetzt. Hier kann man gut auch Sanddornfruchtfleischöl, Wildrosenöl oder Schwarzkümmelöl anstelle des Granatapfelkernöls verwenden. Dieses ist übrigens meistens als CO2 Extrakt im Handel erhältlich.

Rezept für 100g Gesamtprodukt:


5 g Pflaumenkernöl (5 %)

2 g Arganöl (2 %)

2 g Granatapfelkernöl (2 %)

1 g Avocadin (1 %)

1 g Phospholipon 80 H (1 %)

1 g Lipodermin (Natipide II) (1 %)

0.5 g Allantoin (0.5 %)

1 g Glycerin (1 %)

4 g Niacinamide (4 %)

0.4 g Hyualuronsäure HM (0.4 %)

1 g Rokonsal (1 %)

0.5 g Ätherische Öle (0.5 %) Ich nehme Rose und Patchoulli!

80.6 g Rosenhydrolat (80.6 %)


Herstellung des Hyualurongels:

80,6g Rosenhydrolat abwiegen. Allantoin und Niacinamide darin lösen. Die Hyaluronsäure einstreuen und gut dispergieren, anschließend 20 Minuten quellen lassen und erneut gut dispergieren (Wer hat, nimmt den KAI).

                               

Jetzt kommt das Lipodermin hinzu, und durch hochtouriges Emulgieren werden die zuvor hinzugefügten Wirkstoffe in Liposomen verkapselt. Man spricht vom „Beladen“ des Lipodermins. Das Gel wird nun leicht opak.

In einem kleinen Becherglas werden Pflaumkernöl, Arganöl, Avocadin und Phospholipon aufgeschmolzen. Avocadin benötigt hohe Temperaturen, achtet darauf dass die FP hinterher klar geschmolzen ist. Die Mischung nun wieder unter gelegentlichem Rühren auf ca. 40 Grad (Handwärme) abkühlen lassen, bevor sie jetzt zum Hyalurongel hinzugegeben wird.

Jetzt wird nochmals hochtourig gerührt, dabei aber achtgeben dass nicht zuviel Luft ins Gel eingeschlagen wird! Bitte keinen Milchaufschäumer verwenden!

Abschliessend dürfen das Granatapfelkernöl, Glycerin, Rokonsal und – in meinem Fall – ätherisches Rosenöl und Patchoulli ins fertige Gel. Ihr könnt nun erneut kurz hochtourig rühren, damit die letzten Inhaltsstoffe homogen im Serum verteilt werden. Anschließend werden Luftbläschen vorsichtig von Hand ausgerührt. Überprüft wie immer den pH-Wert, normalerweise liegt er bei mir immer bei 5.

Ich bewahre dieses Serum in einem Pipettenfläschchen auf, natürlich geht aber auch ein Pumpspender!