Rührgrundlagen:

Dieses Rezept ist ebenso wirksam, wie es simpel ist. Es ist durch und durch anfängergeeignet, besteht aus einfachen Zutaten und gehört dennoch zu meinen ewigen Favoriten, da es der Haut so unglaublich gut tut. Ich verwende eine hochwertige Sheabutter, die wunderbar duftet (es gibt gravierende Unterschiede in der Qualität und dem Duft von Sheabutter) und aus fairem Handel stammt. Ihr könnt sie hier beziehen: Shea WaLe

Neben Sheabutter spielt Urea (Harnstoff) die Hauptrolle in dieser Körpermilch. Urea ist für mich ein unersetzlicher Rohstoff, wenn es um Feuchtigkeit geht. Auch hat er die Fähigkeit, die Verhornung zu regulieren und die Haut wieder schön glatt zu pflegen. Bei einer Einsatzkonzentration von 10% brauche ich keine anderen Wirkstoffe mehr… lediglich Milchsäure und Natriumlaktat, die der Pufferung dienen. Das ist nötig, da Urea in wässriger Lösung dazu neigt, sich zu zersetzen und dabei der pH-Wert der Emulsion angehoben werden kann. Man erkennt den Zersetzungsvorgang an einem leichten Ammoniakgeruch, da bei der Zersetzung ebendieses entsteht. Wenn nun der pH-Wert durch diesen Prozess ansteigt (also basischer wird), kann es leicht passieren dass das Konservierungsmittel nicht mehr richtig arbeiten kann. Es ist daher wichtig, Emulsionen mit höherer Konzentration an Urea mit Milchsäure und Natriumlaktat im Verhältnis 1:4 zu puffern. Das klingt vielleicht erst einmal kompliziert, ist es aber gar nicht. In diesem Rezept setzen wir für den Puffer 0,5% Milchsäure und 2% Natriumlaktat ein. Wenn ihr euch diese Einsatzkonzentrationen für künftige Rezepte merkt, ist alles gut. Wichtig ist auch, dass Urea erst in die abgekühlte Emulsion eingearbeitet wird, da es sehr hitzeempfindlich ist.

Diese Milch pflegt also intensiv, fettet dabei nicht zu stark und zieht wunderbar in die Haut ein. Daher eignet sie sich bestens für alle Hauttypen!

Rezept für 100g Gesamtprodukt:


10 g Sheabutter (10 %)

5 g Jojobaöl (5 %)

4 g Babassuöl (4 %)

1 g Bienenwachs (1 %)

2 g Wirkstofföl nach Wahl, ich bevorzuge Wildrosenöl (2 %)

3 g Emulsan (3 %)

1 g Cetylpalmitat (1 %) als Konsistenzgeber

10 g Urea (10 %)

2 g Natriumlaktat (2 %)

0.5 g Milchsäure (0.5 %)

0.2 g Xanthan (0.2 %)

1 g Rokonsal (1 %)

1 g Ätherische Öle (ich mag Mandarine, Patchoulli und Coriander) (1%)

59.3 g Wasser oder Hydrolat (ganz toll: Rose oder Hamamelis)(59.3 %)


Nehmt einen Teil des Wassers oder Hydrolat weg (etwa ein Drittel) und löst darin das Urea auf.

Nun schmelzt ihr alle Fette (ohne das Wirkstofföl) mit dem Emulsan und Cetylpalmitat im Becherglas auf. Daneben erhitzt ihr den großen Teil des Wassers oder Hydrolat ohne Urea auf die gleiche Temperatur von etwa 70 Grad. Nun könnt ihr das Wasser in einem Rutsch zur Fettphase geben und mit einem leistungsstarken Rührgerät etwa 2-3 Minuten lang emulgieren. Im Anschluss rührt ihr die Emulsion mit einem Spatel oder Glasrührstab sanft kalt, bis sie deutlich unter 40 Grad hat.

Nun ist es an der Zeit, die Milchsäure und das Natriumlaktat, sowie das Wirkstofföl zuzugeben.  Arbeitet alles gut von Hand ein. Jetzt kann schluckweise das restliche Wasser mit dem gelösten Urea eingerührt werden.

Das Xanthan wird in ein ganz klein wenig Weingeist oder Glycerin vordispergiert, da es sonst in der Emulsion verklumpen würde (außer ihr nutzt Cosphaderm, ein Xanthan das diesen Vorgang nicht erfordert). Gebt nun etwas von der Emulsion zum dispergierten Xanthan und verrührt es homogen. Diese Mischung kann nun zurück in die eigentliche Emulsion.

Jetzt nur noch konservieren und nach Wunsch beduften, und zum Schluss alles noch einmal hochtourig durchrühren. Überprüft den pH-Wert der Emulsion und korrigiert ggf. mit Milchsäure oder Natriumlaktat in die gewünschte Richtung.