Rührgrundlagen:

Phytosterole sind das pflanzliche Gegenstück zu den Cholesterolen, die Bestandteil unserer Hautbarriere sind. Sie helfen der Haut, ihre Barriere zu regenerieren und widerstandsfähiger zu machen, indem sie sich in die Lipidlayer integrieren und helfen, Feuchtigkeit in der Haut zu halten und sie wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Phytosterole werden daher bei sehr trockener, rissiger und irritierter Haut eingesetzt. Sie geben der Haut ihre Elastizität zurück und mildern Reizungen durch UV-Strahlen, trockene Heizungsluft und Kälte. Auch Neurodermitis geplagte Häute erfahren durch sie wirksame Linderung.
Die bekanntesten Phytosterole sind das Avocadin (Unverseifbares der Avocado) und das Gamma-Oryzanol (aus Reiskleie gewonnen). Daneben gibt es aber auch andere phytosterolhaltige Öle, wie die Sheabutter und das Arganöl.

Meine „Phytosterolbombe“ enthält zum einen Avocadin und Gamma-Oryzanol, zum anderen einen hohen Anteil an Sheabutter, die zusätzlich heilend und irritationsmildernd bei sehr trockener und gereizter Haut wirkt.
Urea (Harnstoff) ist ein hervorragender Hydratisierer und wirkt ebenfalls hautberuhigend. Dieses Fluid ist extrem reichhaltig, zieht jedoch aufgrund des Lysolecithins sehr schnell in die Haut ein und wirkt haptisch nicht schwer oder aufliegend. Die Konsistenz gleicht eher einem Creme-Gel und lässt sich hervorragend im Pumpspender dosieren.

Heike Käser hat zur leichteren Verarbeitung der Phytosterole (sehr hoher Schmelzpunkt) ein Grundrezept für eine Phytosterolbasis entwickelt, ihr findet das Rezept in ihrem Buch „Naturkosmetik selber machen“. Wer das Buch nicht hat, ersetzt die Phytosterolbasis einfach durch Avocadin oder Gamma Oryzanol oder eine Mischung aus beidem.

Rezept für 100g Gesamtmenge


10 g Sheabutter (10 %)
3 g Arganöl (3 %)
3 g Babassuöl (3 %)
4 g Macadamiaöl (4 %)
2 g Phytosterolbasis (2 %)

3 g Lysolecithin (3 %)
1 g Lanolin (1 %)
0,4g Xanthan

3 g Glycerin (3 %)
3 g Urea (3 %)
2 g Natriumlaktat (2 %)

1 g Rokonsal (1 %)
0.5 g Milchsäure (0.5 %)
64.5 g Hamamelisdestillat (64.5 %)


Die Fette und Öle mit dem Lanolin und dem Lysolecithin zusammen aufschmelzen, das Hamamelishydrolat auf gleiche Temperatur bringen und langsam zur Fettphase geben. Sanft weiterrühren bis eine homogene Emulsion entstanden ist. Kurz hochtourig emulgieren, und dann wieder mit einem Spatel oder Glasstab kaltrühren.

Das Xanthan im Glycerin dispergieren und die Emulsion schluckweise dazugeben, immer gut unterrühren. Ganz am Schluss, wenn die Emulsion abgekühlt ist, wird das Urea hineingerührt. WICHTIG: Urea ist meist in kristalliner Form erhältlich. Bevor es dem Produkt zugegeben wird, muss es fein gemörsert werden! Das so gemahlene Pulver löst sich dann von ganz allein in der fertigen Emulsion. Natriumlaktat (60%ige Lösung) und Milchsäure dienen als Puffer, um einen Anstieg des pH-Werts zu verhindern, der sich bei Zerfall von Urea einstellen würde. Und das tut Urea, wenn auch in dieser Konzentration äußerst langsam. Außerdem sind beides hervorragende Feuchtigkeitsbinder und leisten gute Arbeit als Wirkstoffe! Am Schluss kommt Rokonsal als Konservierer dazu, wer möchte kann die fertige Emulsion natürlich auch mit ätherischen Ölen beduften. Hier aber bitte wie immer… sparsam!